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Innenkehr

vor 4 Stunden
2 Min. Lesezeit

Langsam aber sicher ist der Herbst eingekehrt. Die ersten bunten Blätter gleiten durch die Luft und die Sonne scheint schon etwas vorsichtiger als noch vor wenigen Wochen. Ein paar Bucheckern knacken unter meinen Füßen und die Luft hier im Wald ist so schön klar und frisch, dass ich endlich wieder richtig tief durchatmen kann. Über mir höre ich die ersten Kraniche rufen - sie formieren sich gerade, um sich auf den Weg Richtung Süden zu machen. Doch auch wenn die Wärme ihres Zieles im ersten Moment verlockend ist, bin ich trotzdem froh hier zu bleiben. Ich mag den Herbst und all das, was er mit sich bringt.


Als hätte der Wald nur darauf gewartet, mich in dieser Erkenntnis zu bestärken, wartet ein paar Meter weiter eine ganz besondere Begegnung auf mich. In einer Baumhöhle am Wegesrand entdecke ich ein Waldkäuzchen, das sich gerade ausruht von einer aktiven Nacht. Der kleine Kauz sieht ganz friedlich aus, so gut geschützt in seinem Baum. Er passt perfekt dorthin, als wäre die Kuhle nur für ihn gemacht. Da hat er es richtig schön gemütlich. 


Genau das will ich auch, kommt es mir direkt in den Kopf. Ich will in den nächsten Wochen auch mehr ruhen, langsamer werden und es mir gemütlich machen. Die letzten Monate waren sehr aktiv: Ich habe viel erlebt, Erfahrungen gesammelt und Neues ausprobiert. Teilweise hat sich so Vieles verändert, auf das ich jahrelang gewartet habe. Fast so, als hätte sich ein Knoten gelöst und es wäre endlich einiges ins Rollen gekommen. Dadurch war es aber oft auch viel auf einmal und ich spüre gerade: Jetzt ist es Zeit, all das Erlebte in mir ankommen zu lassen. Zeit, wieder mehr nach Innen zu gehen und die die Erfahrungen des Jahres sacken zu lassen. Aus ihnen zu lernen, dankbar zu sein und mich neu auszurichten - ganz so, wie es mir mein kleiner Weggefährte heute vorgemacht hat. 





 
 
 

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